Narben – Lebensspuren für die Ewigkeit
Erstellt: 16.02.2010

Jeder Mensch ist schon einmal verletzt worden. Je nach grad der Verletzung verheilt die Haut vollständig oder es bleiben Narben zurück. Die moderne Narbenbehandlung kann zwar eine Narbe nicht verhindern, sie kann aber die Narbenbildung in Hinblick auf Aussehen und Funktionalität deutlich positiv beeinflussen.
Entstehung
Unsere Haut besteht aus drei Schichten: Der Oberhaut (Epidermis), der Lederhaut (Dermis) sowie der Unterhaut (Subcutis). Wird durch eine Verletzung nicht nur die Oberhaut durchtrennt, sondern auch die darunter liegende(n) Hautschicht(en), entsteht eine Narbe.
Unser Organismus ist nicht in der Lage, das zerstörte Gewebe in gleicher Weise zu erneuern:
• Es ist weniger elastisch
• Es enthält keine Haarwurzeln, Schweissdrüsen und Pigmentzellen
Bei Ihrer Entstehung ist eine Narbe zunächst rötlich und wird später heller, da sich das Bindegewebe strafft und die Durchblutung abnimmt. Da in dem Narbengewebe keine Farbpigmente gebildet werden, bleibt diese Region weiss. Das Narbengewebe hat ausserdem weniger elastische Fasern als die gesunde Haut und enthält weniger Wasser.
Arten
Narbenwucherungen (Hypertrophe Narben)
Sie entstehen durch übermässige Bildung von Bindegewebe innerhalb der ersten Wochen nach der Verletzung. Die Wucherungen können jucken oder schmerzhaft sein, aber sie bleiben auf das ursprüngliche Verletzungsgebiet beschränkt. Ausserdem erhöht sich das Risiko, dass sich eine solche Narbe bildet wenn die Wunde während der Heilung ständiger Bewegung ausgesetzt ist.
Narbenwülste (Keloide)
Auch diese Narben entstehen durch Überproduktion von Bindegewebe. Sie sind dick, gewölbt, oft stark gerötet, erscheinen dunkler als das umliegende Gewebe und gehen über das ursprüngliche Verletzungsgebiet hinaus.
Narbenvertiefungen (Atrophe Narben)
Bei Narbenvertiefungen wird im Gegensatz zu den beiden obigen Narbentypen zu wenig Bindegewebe gebildet, so dass eine „eingesunkene" Narbe entsteht. Sie liegt tiefer als die umgebende Haut. Typisches Beispiel dieser Narbenform sind Aknenarben.
Bei der Narbenbildung spielen auch andere Faktoren eine Rolle wie zum Beispiel:
• Alter:
Die Haut älterer Menschen heilt langsamer. Bei Kindern oder jüngeren Personen neigt die Haut zu einer Überreaktion und produziert zu viel Bindegewebe. Dadurch entstehen grössere, dickere Narben.
• Erblich
Die Veranlagung zu auffälliger Narbenbildung kann auch erblich bedingt sein. Menschen afrikanischer oder asiatischer Abstammung neigen stärker zu Narbenwucherungen als Europäer.
• Körperstelle
Narben an häufig beanspruchten Körperstellen (Bsp. Hände, Rücken und Gelenke), sind grösserer Spannung ausgesetzt und dadurch in der Regel stärker ausgeprägt bzw. besser sichtbarer als solche an weniger beanspruchten Körperstellen.
Die Entstehung von Narben kann man nicht vollständig verhindern - ausser, man verletzt sich eben nicht. Was natürlich unmöglich ist. Kurz gesagt: Narben gehören zum Leben einfach dazu.